dder pädagogische ansatz

Eine Reise durch die Zeit!

Blick auf die westliche Burgmauer mit dem Kapellenturm (links).© Guédelon

Kaum haben die Besucher die Tore der Empfangsscheune durchschritten, tauchen sie in eine andere Epoche ein. Kein Maschinenlärm, keine Motoren – nicht einmal Handys! –, dafür aber eine natürliche Umgebung, die alle Sinne anspricht.

Die Entdeckung der Baustelle geschieht auch über die Geräusche, die Werkzeuge auf Stein, der Hammer auf dem Amboss und die Pferdehufe auf dem Boden machen, die beim Holzsägen entstehen usw.

Ein regelrechtes Eintauchen in das 13. Jahrhundert!

Im Gegensatz zu den meisten normalen Baustellen ist Guédelon für die Öffentlichkeit geöffnet – ja, die Öffentlichkeit ist sogar zum Besuch eingeladen! Dies ist eine der wichtigsten Aufgaben der Baustelle: dem Publikum so weit wie möglich das Wissen vergangener Zeiten zu zeigen und zu erklären.

Das Brechen und Zuschlagen von Stein, das Errichten einer Mauer, die Arbeit mit Holz, den Transport mithilfe der Pferde können die Besucher während eines Besuchs von Guédelon ebenso (wieder-)entdecken wie die entsprechenden Techniken und Handgriffe. Die Betrachtung, aber auch der Austausch mit den Handwerkern der Baustelle erleichtern das Verstehen.

Guédelon ist ein Instrument zur Verbreitung wissenschaftlicher Fachkenntnisse auf allgemeinverständliche Art.

Ein Geschichtsbuch unter freiem Himmel!

Ein für die Kapelle geschlagener Fensterpfosten. © Guédelon - C. Guérard

"GUEDELON ist ein Wunder. Ein Wunder, denn es verwirklicht den ältesten Traum von uns allen: In der Zeit zu reisen. Ein Wunder, denn ein solches Projekt erscheint als reine Utopie und wurde doch zur Realität. Ein Wunder, denn ‚wie im 13. Jahrhundert‘ zu arbeiten bedeutet eine bewusste Entscheidung und einen unerschütterlichen Glauben vonseiten der Baustellenakteure. Ein Wunder, denn die Spezialisten können dort auf ungeahnte Gegebenheiten eingehen: auf Baudetails, die weder in Texten stehen noch die Archäologie erforschen kann – besonders was die sehr praktische Seite der Konstruktion angeht. Ein Wunder, denn in einer sich mehr und mehr von der Vergangenheit entfremdenden Gesellschaft erfüllt Guédelon ein wichtiges Bedürfnis. Die außerordentliche Begeisterung der Öffentlichkeit (300.000 Besucher pro Saison) bestätigt die Notwendigkeit, in die Vergangenheit einzutauchen und die eigenen kulturellen Wurzeln zu entdecken. Und dieser zur Realität gewordene Traum muss 25 Jahre dauern".

Philippe Durand, Dozent an der Universität Bordeaux 3; Auszug aus „Guédelon“ – Sammlung „Patrimoine culturel“ (kulturelles Erbe) aus dem Verlag Gisserot

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