Guédelon chantier médiéval
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Die Methodik

Historischer und architektonischer Rahmen

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Das Ziel des Projekts von Guédelon ist klar definiert: In allen zur Anwendungen gelangenden Techniken soll maximale Authentizität angestrebt werden. Einzige Einschränkung sind die aktuellen gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen.

Dieser Leitsatz erlaubt uns dauernd und in jeder Hinsicht nach Möglichkeiten zu suchen mit dem erklärten Ziel, theoretische Kenntnisse in die Praxis umzusetzen und zwar mit der jeder Berufsgattung eigenen Logik.

Der tägliche Ablauf auf einer Baustelle des 13. Jahrhunderts ist aus heutiger Sicht schwierig nachvollziehbar. Es ist eines der Ziele des Projekts von Guédelon einerseits Vorgänge und Werkzeuge in der Praxis um- und einzusetzen, als auch glaubhafte Lösungen für punktuelle Probleme vorzuschlagen (z.B. die physikalisch - chemische Zusammensetzung des Mörtels).

© Dourdan

© Dourdan

Die Methodik angewandt auf architektonische Belange:



Eine langfristige Massnahme besteht im Aufbau einer dauernd zu speisenden und zu aktualisierenden Datenbank.
Die Daten stammen hauptsächlich aus drei Quellenbereichen:
- Befunde in vergleichbaren anderen Burgen (gleiche Epoche, gleiches architektonisches Konzept)
- Bildquellen (Buch- und Glasmalerei) und zeitgemässe Baustellenbeschriebe (nicht sehr zahlreich und unvollständig)

- Wissenschaftliche Publikationen: Tagungsakten, Dissertationen, Grabungsberichte, etc.

Ziel dieser Massnahmen ist es, ein Maximum an Daten zu sammeln, die in einem vergleichenden System ausgewertet werden können, um die beste architektonische Lösung für Guédelon zu finden. 

© Guédelon

© Guédelon

Das Beispiel des Rippengewölbes im unteren Raum des Kapellenturms:

Eine der Hauptgefahren von Guédelon besteht darin, auf kleinem Raum architektonische Glanztaten vollbringen zu wollen. Guédelon darf nicht als Mittel zum Zweck dienen, Vorstellungen oder Auffassungen Einzelner zufriedenzustellen. Das grösste, schönste, ausgeklügeltste, etc. Gewölbe zu errichten wäre trotz stilistischer oder architektonischer Richtigkeit unsinnig und komplett falsch.

 

Die Methode beinhaltet vielmehr die an philippinischen Schlössern am häufigsten vertretenen Elemente zu realisieren. Eine Gruppe aus Guédelon hat deswegen verschiedene Referenz-Objekte besucht, insbesondere Yèvre-le-Châtel (Loiret) und Dourdan (Essonne), um sich Fotos, Skizzen und Aufnahmen eines bestehenden Gewölbes zu machen.

Diese Vorabeiten erlaubten es, präzise Ausführungspläne zu erstellen, welche schliesslich dem wissenschaftlichen Komitee zur Genehmigung unterbreitet wurden.

 

Die Wahl fiel auf ein Gewölbe mit 6 regelmässig gesetzten Rippen, die auf skulptierten Konsolen ansetzen. Die einzelnen Rippensteine weisen eine Stärke von ungefähr 25 cm auf und ihre Kanten sind gebrochen.



 

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