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 | © Saint-Fargeau |
Michel GUYOT, Eigentümer und Retter des nahe gelegenen Schlosses von Saint-Fargeau ist der Vater der etwas verrückten Idee. Seit seiner Kindheit interessierte er sich leidenschaftlich für das bauliche Erbe und insbesondere für altes Mauerwerk. Michel und sein Bruder Jacques kauften 1979 Saint-Fargeau für ein paar tausend Francs. Damals befand sich das Schloss in einem desolaten Zustand: Insgesamt 2 Hektaren an Dachflächen waren zu erneuern, die Dachstühle mussten gerichtet und rissige Mauern geflickt werden. Um die Restaurierung zu finanzieren gelangten sie an die lokale Bevölkerung und organisierten Historien-Spektakel. Die gesammelten Gelder reichten aus, um Saint-Fargeau vor dem völligen Zerfall zu retten.
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 | © Guédelon |
Michel Guyot gab einer Gruppe von Mediävisten, Architekten und Archäologen den Auftrag die « Wiedererstehung eines halb zerfallenen Schlosses » zu dokumentieren und zu publizieren, so dass die Eigentümlichkeiten des aus Backsteinen gemauerten Schlosses von Saint-Fargeau offensichtlich wurden. Zum ersten Mal tauchte hier die Idee auf: «Wenn man eine Ritterburg mit den Techniken des Mittelalters bauen würde, könnte man die Arbeitsabläufe der Werkleute im 13. Jahrhundert besser verstehen. » Noch heute reist Michel Guyot durch ganz Frankreich um Gebäude vor dem Untergang zu retten: Arrabloy im Loiret, Beaufort in der Haute-Loire oder jüngst Oppède im Lubéron sind Beispiele dafür.
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 | © Arrabloy |
All seine Zeit setzt er ein, um die Auswirkungen zu stoppen, die der Zahn der Zeit an den Ruinen hinterlässt: « Es ist ein echtes Vergnügen, alte, seit Jahrhunderten zerstreut liegende Steine aufzufinden und wieder zusammenzufügen. Jedesmal, wenn mir dies gelingt stellt sich ein Zustand der Dankbarkeit ein. Ich erachte es als Geschenk, ein kleines Glied in der Überlieferungskette eines Zeugen der Menschheit sein zu dürfen». (Auszug aus: Guédelon Des hommes fous un château fort; Ed. Aubanel, 2004)
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 | © Guédelon - Maryline Martin |
Maryline MARTIN war die Erste, die der verrückten Idee etwas abgewinnen konnte. Als leidenschaftliche Autodidaktin ist sie nach Studien der Kunstgeschichte und Orientalistik in den 1980er Jahren in Paris in einen amerikanischen Handelskonzern eingetreten. Mit Begeisterung und einem angeborenen Sinn für Management, versah sie 12 Jahre lang eine verantwortungsvolle Stellung in einer schnell wachsenden Firma. Die Geburt ihrer Tochter Lou, bewog sie, sich aus dem hektischen Berufsleben zurückzuziehen und dem Leben mehr Qualität zu verleihen. 1992 kehrte sie zurück in die Puisaye, wo sie ihre Kindheit verbracht hatte. Maryline wollte ihre Leidenschaft für Umweltfragen und ihre soziale Ader miteinander verbinden und gründete deshalb die Vereinigung Emeraude, die sich um Flüsse und Wälder kümmerte. Im Winter 1995 erzählte ihr Michel Guyot von seinem verrückten Vorhaben.
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 | © Guédelon |
Sie setzte sich vertieft damit auseinander: «Was mich sofort packte an diesem Projekt, war die Aussicht auf ein längeres Engagement, um Menschen eine Ausbildung und eine echte langfristige Aufgabe anbieten zu können». (Auszug aus: Guédelon Des hommes fous un château fort; Ed. Aubanel, 2004) Mit gut vorbereiteten Dossiers machte sich Maryline auf die Suche nach Finanzierungs-Partnern, damit Guédelon überhaupt starten konnte. Durch ihre grosse Überzeugung gelang es, die notwendigen Mittel zu beschaffen, damit das Terrain gekauft, die ersten Saläre vergütet und eine Scheune als Empfangsgebäude für Besucher errichtet werden konnte.
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 | © Guédelon - 1998 |
Nach Überwindung all dieser Hindernisse wurde Guédelon geboren. Maryline war überzeugt, eine gute Grundlage geschaffen zu haben und stellte mit einer Handvoll Getreuer von Emeraude eine erste bezahlte Mannschaft: « Das wahre Fundament von Guédelon ist - im übertragenen Sinn - die Mannschaft selbst » (Auszug aus: Guédelon Fanatics for a foretress; Ed. Aubanel, 2004). Am 1. Mai 1998 wurde die Baustelle für das Publikum geöffnet.
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Chantier Médiéval
de Guédelon
D955 89520 TREIGNY
tél. 03 86 45 66 66 |
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