chronologie der arbeiten

Eine Zusammenfassung der ersten 18 Baujahre…

1997: Baubeginn

Das Gelände vor Beginn der Arbeiten © Guédelon

1997 starten die Bauarbeiten – die Baustelle ist noch nicht für die Öffentlichkeit geöffnet. Das erste Team, etwa zehn Arbeiter, beginnt mit den Arbeiten:

  • Vorbereitung des Geländes für die künftige Burg (Rodung, Baustelleneinrichtung, Reinigung …)
  • Aufbau der ersten Werkstätten und der Empfangsscheune für die Besucher
  • Abstecken des Burgumrisses.

1998: Eröffnung für das Publikum

Der Eröffnungstag von Guédelon © Guédelon

Die Baustelle öffnet am 1. Mai 1998 bei schrecklichem Wetter für die Öffentlichkeit.

  • Das Handwerkerteam wird durch 20 Mitarbeiter verstärkt
  • Aufbau der Umfassungsmauern auf der Burg (Türme und Burgmauern) auf 1 m Höhe! 

1999–2000: Brückenbau durch die Werkleute!

Steinernes Widerlager der Brücke © Guédelon

1999:

  • Weitere Erhöhung Umfassungsmauern; zur Erinnerung: Die Dicke der Burgmauern und der geböschten Turmmauern beträgt mehr als 3 m!
  • Erstes „architektonisches Zugeständnis“ auf der Südseite: Die viereckigen Ecktürme werden in runde Türme umgewandelt
  • Erhöhung der westlichen Burgmauer bis auf 3 m 
  • Erhöhung des Kapellenturms mit der von einer Kuppel überdeckten Zisterne im Untergeschoss

2000:

  • Erhöhung der Innenraumwände des Kapellenturms, Aufmauerung dreier Bögen, Beginn des Kreuzrippengewölbes und Schlagen der Kämpfer
  • Schlagen und Setzen der ersten Stufen der Wendeltreppe im Kapellenturm. Zur Erinnerung: Die drei unteren Stufen bestehen aus eisenhaltigem Sandstein, die folgenden aus Kalkstein. Der Sandstein wird im unteren Teil der Treppe benutzt, da er weniger wasserdurchlässig ist als Kalkstein
  • Aufmauerung des steinernen Widerlagers der Brücke
  • Die Zimmerleute fertigen die Einzelteile des Lehrgerüstes an und bauen sie im Kappellenturm für den Gewölbebau zusammen

2001–2002: Das erste Kreuzrippengewölbe der Burg

Das Kreuzrippengewölbe im Erdgeschoss des Kapellenturms © Guédelon

2001:

  • Fertigstellung der Zisterne im Sockel des Kapellenturms
  • Bau der zweiten Zisterne im Keller des Bergfrieds
  • Setzen des kolossalen monolithischen Brunnenrandes auf den Ziehbrunnen im Hof. Der Brunnenrand wiegt fast eineinhalb Tonnen! 
  • Zusammenbau von Pfeiler und Auflage der Brücke
  • Allgemeine Erhöhung der Burgmauern

2002:

Große Emotionen im Jahr 2002 beim ersten großen Ingenieurbau, dem Kreuzrippengewölbe im Kapellenturm. 

  • Die sechs Gewölberippen sind in Kalkstein ausgeführt. Jede Rippe besteht aus einem Kämpfer und acht Wölbsteinen. Ein Schlussstein bekrönt das Werk
  • 24 Wendeltreppenstufen werden gesetzt
  • Der Bau der Ausfallpforte beginnt
  • Die Gesamthöhe der Burg erreicht die 3-m-Grenze

2003–2004: Der Palas erhebt sich

Der Palas nimmt Gestalt an © Guédelon

2003:

  • Die Arbeiten an der Ausfallpforte werden mit dem Glacis fortgesetzt
  • Die Zimmerleute bauen zwei Laufräder (Hebemaschinen)
  • Die Holzfäller und die Zimmerleute bauen im Keller des Bergfrieds das Lehrgerüst für das Kreuzgratgewölbe zusammen
  • Das Kreuzgratgewölbe des Bergfriedkellers wird gebaut
  • Im Wald wird die Färberei errichtet: ein Holzständerbau mit Stroh-Lehm-Wänden, der mit Schindeln (Holzziegeln) gedeckt ist.

2004:

  • Der Aufbau des Palas im Burghof beginnt. Sein Erdgeschoss besteht aus der Küche und einem großen Vorratsraum zum Einlagern der Lebensmittel. Die Arbeiter errichten die Südmauer („Traufseite“), die östliche Giebelwand bis auf die Höhe von einer Elle (50 cm) und die vier Türrahmen des Palas.
  • Bau der ersten Stufen der großen Stiege (Außentreppe zur 1. Etage des Palas)
  • Im Bergfried wird die mit einem Spitzbogen überfangene Eingangstür errichtet, fünf Bogenschießscharten werden gemauert. Die Turmmauern (Mauerdicke 3 m) werden erhöht

2005: Ein zweites Kreuzrippengewölbe

Das Kreuzrippengewölbe im Erdgeschoss des Bergfrieds © Guédelon

2005:

  • Die Arbeiten am Palas schreiten fort; die Mauern sind bis auf 2 m Höhe aufgemauert
  • Der Rahmen der Eingangstür zum Vorratsraum, die unter der großen Treppe sitzt, ist gemauert
  • In der Küche beginnt die Aufmauerung des Kamins.Die Holzfäller und die Zimmerleute schlagen aus sechs riesigen Eichen quadratische Balken, die den Boden der 1
  • Palas-Etage tragen werden
  • Erdgeschoss des Bergfrieds: Mauerung des enormen Kreuzrippengewölbes aus eisenhaltigem Sandstein mit sechs Rippen, 96 Wölbsteinen und 120 t Steinen für die frei tragenden Gewölbekappen! Im Herbst 2005 erreicht der Bergfried mit einer Höhe von 10 m fast ein Drittel seiner endgültigen Höhe.
     

2006: Die Deckenbalken werden in die 1. Palas-Etage gehievt

Die Balken werden in die 1. Etage des Palas gehievt © Guédelon

2006:

  • Das Erdgeschoss des Palas ist fertig. Die Mauern erreichen eine Höhe von 4,20 m
  • In der Küche werden Kamin und Brotbackofen vollendet 
  • Im Vorratskeller werden drei mit Schmiedegittern ausgestattete Lichter (kleine Rechtecköffnungen) gemauert, um ein wenig Licht in den weiten Raum zu bringen 
  • Die große Stiege (Außentreppe) erhält ihre Stufen und ihren Handlauf aus profilierten Steinen
  • Die sechs enormen Deckenbalken des Palas, jeder 800 kg schwer und 7 m lang, werden in die 1. Etage gehievt 
  • Die Holzfäller und die Zimmerleute stellen das schindelgedeckte Pultdach fertig, das den Kapellenturm mit dem Westgiebel des Palas verbindet

2007: Der Palas wächst weiter

Die 1. Etage des Palas nimmt Form an © Guédelon

2007:

  • Die 1. Etage des Palas besteht aus einem großen Saal – der Aula – und einem Gästezimmer
  • Die Südfassade des Palas wird mit 4 gekuppelten Fenstern aus Kalkstein ausgestattet, der Westgiebel mit einemDie Arbeiten am kleinen, hinteren Gästezimmer (über der Küche gelegen) beginnen mit der Mauererhöhung des Ostgiebels, der Mauerung des ersten gekuppelten Kalksteinfensters und der Montage der vier Fenster der Aula
  • Bergfried: Der Treppenlauf wird so weit ergänzt, dass man die 1. Etage erreichen kann
  • Die Außenmauern des Bergfrieds werden bis auf das Bodenniveau der 1. Etage hochgezogen

2008: Die ersten Dachstühle werden gesetzt

Die ersten Balkenwerke des Dachstuhls werden gesetzt © Guédelon

2008:

  • Palas: In der Aula werden die Mauern weiter erhöht, die Maurerarbeiten an den vier gekuppelten Fenstern schreiten fort. Das Fenster im Westgiebel erhält einen skulptierten Vierpass. Maurerarbeiten an den beiden Eingangstüren zur Aula und zum Wehrgang in der Nordmauer finden statt. Die Aufmauerung des Kamins beginnt
  • Gästezimmer des Palas: Mauerarbeiten an der Trennwand (Wand zwischen Zimmer und Aula), am daran anschließenden Kamin und an der Zugangstür zur Aula. Die Fertigstellung des Giebels ermöglicht es, den ersten Dachstuhlteil zu setzen
  • Ende der Saison 2008 fügen die Zimmerleute die ersten Teile der Dachkonstruktion zusammen. Der sog. „offene Dachstuhl ohne Binder“ wird aus 47 Eichenholz-Balkenwerken bestehen. Neun Balkenwerke über dem Gästezimmer werden zusammengefügt, die Dachlattung angebracht und die Ziegel verlegt
  • Auf der Nordmauer wird der Wehrgang mit den ersten Schießscharten und Zinnen begonnen und ein Latrinenerker gemauert
  • Im Bergfried wird im Bereich des Burgherrenzimmers – in der 1. Etage – die Außenmauer um etwa 1 m erhöht. Beginn der Bauarbeiten am Kamin und am Fenster mit Fensternischensitzbänken

2009 : Die ersten Kamine sind in Betrieb

Der Schornsteinkopf des Kamins © Guédelon

2009:

  • Palas: Die Zwischenwand ist fertig. Der Kamin des Gästezimmers wird vollendet – samt Rauchfang, Schornstein und Schornsteinkopf. Auch am Küchenkamin werden Schornstein und Schornsteinkopf gemauert. Zimmerleute fertigen die Teile zweier weiterer Dachstühle, fügen sie zusammen und richten sie auf. Die Ziegler haben so viele Ziegel geformt und gebrannt, dass am Saisonende ein Joch gedeckt ist 
  • 1. Etage im Bergfried: Im Zimmer des Burgherrn beginnt man mit den Mauerarbeiten am Rundbogenfenster mit Fensternischensitzbänken. Die Tür und der Flur zum Wehrgang werden gemauert. Die erste Bogenschießscharte und die Latrine des Zimmers werden fertig
  • Zwischen dem Bergfried und dem Wehrgang bearbeiten die Zimmerleute die Teile für einen überdachten Übergang und setzen sie zusammen
  • Auf dem Wehrgang: Drei weitere Zinnen 
  • Auf der Ostmauer: Die Arbeiten, die seit 2005 unterbrochen waren, werden 2009 mit der Erhöhung der Seitenmauer des Bergfrieds wieder aufgenommen

2010: Der Dachstuhl des Palas wird vollendet

Der Palas ist vollendet © Guédelon

2010:

  • Die Zimmerarbeiten am Palas werden beendet. Die Zimmerleute decken die ganze Südseite
  • Die Maurer erhöhen die Ostmauer um mehr als 5 m über das Bodenniveau des Burghofes
  • Bergfried: Die Arbeiter beginnen mit dem Mauern des großen Kreuzrippengewölbes, das das Burgherrenzimmer in der 1. Etage des Bergfrieds abschließen wird. Die Steinmetze schlagen 84 Bogensteine und den Schlussstein aus Kalkstein. Die Maurer setzen die Kämpfer, die Anfangssteine und deren Gegengewichtssteine (die den Anfang der Gewölberippen bilden). Die Zimmerleute setzen das Lehrgerüst aus Holz, das die Rippen und die Gewölbekappen während der Mauerung unterstützt, zusammen
  • Die Arbeiten am Kamin werden fortgesetzt: Die Kaminwangen entstehen, der Eichensturz wird behauen und gesetzt und die Ankersteine des Rauchfangs werden gemauert

2011: Das imposanteste Gewölbe wird fertiggestellt

Das imposanteste Gewölbe der Burg © C. Guérard

2011:

  • Die Saison 2011 ist charakterisiert durch die Fertigstellung des imposantesten Gewölbes der Burg in der 1. Etage des BergfriedsEs besteht aus insgesamt 150 t Steinen und Mörtel, die etwa 25 t Druck auf jede der sechs Gewölberippen ausüben! 
  • 2011 wurden auch die Arbeiten am zweiten Teil der Ostburgmauer und am östlichen Eckturm wieder aufgenommen
  • Eine neue Hebemaschine in Guédelon: Die Baustelle ist schon mit zwei Laufrädern mit je einer Trommel ausgestattet. Dieses Jahr kommt ein sehr leistungsfähiges Laufrad mit einer Doppeltrommel hinzuInstalliert direkt auf dem Mauerwerk der Ostmauer, kann man mit dieser neuen Maschine Material vom Burggrabenboden bis hoch zum Kreuzrippengewölbebau in der 1. Etage des Bergfrieds heben 

2012: Die ersten Wandmalereien

Wandmalereien im Gästezimmer des Palas © C. Duchemin

2012: 

2012 heißt: Farben in Guédelon! Einige Räume der Burg sind vollendet oder kurz vor der Fertigstellung, so dass ein neues Handwerk seinen Auftritt in Guédelon hat: die Wandmalerei. Die ersten Probemalereien werden im Gästezimmer ausgeführt, das an den großen Saal des Palas angrenzt. Sie sind inspiriert von den wunderschönen Malereien in der Kirche des nahe gelegenen Moutiers: Friese und florale Motive verzieren die verputzten und kalkgetünchten Mauern. Die anderen Räume der Burg werden während der folgenden Saisons folgen.

Parallel dazu arbeiteten drei Arbeiterkolonnen gleichzeitig:

  • am Bau des achteckigen Raumes in der 2. Etage des Bergfrieds
  • am Mauerwerk im Erdgeschoss des westlichen Eckturms
  • an der Fertigstellung der Kuppel mit Okulus im Erdgeschoss des östlichen Eckturms

2013: Die zwei Türme…

Östlicher Flankenturm © Guédelon

2013:

  • Die Arbeiter nehmen die Arbeiten am westlichen Flankenturm, der mit drei Bogenschießscharten versehen ist, mit der Mauerung des Erdgeschosses wieder auf. Die Decke dieses Raumes wird mit einem Holzboden geschlossen
  • Der östliche Flankenturm gewinnt gleichfalls an Höhe. An diesem "Zwillingsturm" werden in der 1. Etage zwei Bogenschießscharten gemauert und die Wendeltreppe, die zum Wehrgang führt, wird weitergeführt
  • Der Wehrgang der Nordmauer wird fertiggestellt!
  • Palas: Die Wände der Burgküche im Erdgeschoss werden mit Kalktünche überzogen, was diesem Raum viel Helligkeit bringt. Auch der Boden wird durch einen Fliesenbelag fertiggestellt 
  • Bergfried: Die Arbeiten an der 2. Turmetage werden mit der Erhöhung der Außenmauern, dem Mauern der Tür, des Zugangsflurs zum Raum und des ersten Fensters mit Fensternischensitzbank fortgesetzt

2014: Beginn des Kapellenbaus

Das Maßwerkfenster ist fast fertig © C. Guérard

2014:

  • Die Arbeiter nehmen die Arbeiten in der 1. Etage des Kapellenturms wieder auf. In diesem Raum, der die Kapelle beherbergt, fließt das gesamte in Guédelon vorhandene Wissen zusammen 
  • Die Maurer erhöhen die umlaufenden Turmmauern und bauen das Maßwerkfenster und die drei Lanzettfenster ein
  • Parallel dazu ergänzen sie die Wendeltreppe mit 24 zusätzlichen Stufen. Diese Treppe, die in der Turmmauer verläuft, beginnt im Hof und erschließt die höheren Stockwerke des Kapellenturms 
  • Die Steinmetze schlagen das Lavabobecken 
  • Die Zimmerleute errichten die Holzgalerie, die um die Kapelle herumführt und die es der Wache ermöglicht, vom nördlichen zum westlichen Wehrgang zu gelangen. Diese als Auskragung errichtete Passage besteht aus gebogenen Hölzern 
  • Ende der Saison 2014 ist das fein ausgearbeitete Maßwerkfenster fertig

2015: Errichtung des letzten Kreuzrippengewölbes der Burg

  © D. Gliksman

2015:

  • Die Maurer und die Steinmetze fügen in dieser Saison das letzte Kreuzrippengewölbe von Guédelon zusammen
  • Dieses Gewölbe überdeckt die Kapelle in der 1. Etage des gleichnamigen Turms
  • Vor der eigentlichen Aufmauerung des Gewölbes stellen die Maurer die drei Lanzettfenster der Kapelle fertig
  • Eine andere Maurerkolonne arbeitet am Wehrgang der Westmauer, der mit Zinnen und Schießscharten versehen ist
  • Die Zimmerleute ziehen um; sie haben sich eine neue Werkstatt im Wald gebaut
  • Ein erster experimenteller Kalkbrand findet statt, um Ätzkalk zu erhalten

live aus guédelon